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Landesverband Saarland

90 Minuten Ministerin

VCD-Vorstand im Gespräch mit Verkehrsministerin Anke Rehlinger

 

Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr nahm sich trotz der besonderen Anspannung in Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie Zeit für das Gespräch mit Vertretern aus dem VCD-Vorstand. Eineinhalb Stunden konnte der VCD mit der MInisterin und ihrer Abteilungsleiterin Astrid Klug sowie Referatsleiter Dr. Roland Priester die Themen Radverkehr, Verkehrsentwicklungsplan/ÖPNV, Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und Schienengüterverkehr eörtern. – Es ging vorrangig darum Sichtweisen auszutauschen. Der VCD hat dazu in einer Vorbereitungsunterlage zusammengestellt, was er an verkehrspolitischen Aktivitäten wahrnimmt und was aus Sicht VCD zu tun ist.

Roland Maltha, Manuel Schauer, Peter Thomas und Werner Ried (zugeschaltet aus Hamburg) stellten die Positionen des VCD in der Video-Konferenz vor. Anke Rehlinger schilderte ihre Erfolge und Mühen bezüglich der geplanten Reform zu den Fahrpreisen im öffentlichen Verkehr. Sie unterstrich erneut, dass alles unter Vorbehalt der Finanzierung steht. 

Erfreulich ist die Zusage der Ministerin, gemeinsam mit dem VCD den Projektvorschlag “Pinsel statt Spaten” zu konkretisieren. Dabei geht es um eine Blaupause für einen sicherere und von Radfahrern akzpetierte Straßenraumaufteilung zu untersuchen. Positiv steht Frau Rehlinger auch einem landesweiten Leihfahrradsystem gegenüber, wozu sie sich gerne die Erfahrungen des Mobilitätsverbundes VRN anschauen will. Auch im Schienengüterverkehr erkennt das Ministerium zumindest seine politische Verantwortung an. Erfreulich ist hier, dass in Kürze Gespräche zur Rettung der Primstalbahn erfolgen sollen. Weniger Konsens hatten VCD und Ministerin bei den Themen SPNV und grenüberschreitender Personenverkehr. Hier orientierte die Argumentation der Ministerin vorrangig auf Finanzierungsfragen und politischen Zuständigkeiten und weniger am Bedarf und  zukunftsfähigen Angebotsplanungen empfindet der VCD.

Unterlage zum Gespräch hier.

 

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ADAC Rallye ab 2017 wieder im Nordsaarland: Nutzungskonkurrenz zum Nationalpark

Rallye Weltmeisterschaft – ADAC Deutschland Rallye ab 2017 im Saarland

Was einige Mitglieder des ADAC und Motorsportfans begeistern mag, verursacht beim VCD Saarland Bauchschmerzen. Denn der ökologische Verkehrsclub zweifelt an der Zeitmäßigkeit dieser Veranstaltung. Erinnerungen an die 1980ger Jahre werden wach.

Zwischen 2017 und 2020 wird die ADAC Deutschland Rallye im Saarland stattfinden. Gerade in einer Region, die überwiegend im und am Naturpark Saar Hunsrück liegt wird der Erholungswert durch diese Veranstaltung erheblich eingeschränkt. Die Verantwortlichen im Kreis St. Wendel und die saarländische Landesregierung haben aber mit dem Austragungsort wohl keine Probleme: Stolz wird in den Medien gemeldet, dass man die Festwiese am Bostalsee, die der Entspannung und Erholung dienen soll, in Parkplätze und in ein Reparaturlager für die „Rennautos“ umgestaltet werden soll. Man wolle 16.000 Quadratmeter Wiese mit Schotter auffüllen.

Stolz ist man im Kreis St. Wendel auch darauf, dass man für diese ökologisch unsinnige Maßnahme auch noch Fördergelder aus Landesmitteln von ca. 800.000 € erhält. Gelder, die auch im St. Wendeler Land an anderer Stelle fehlen, werden hier zwar nicht in den Sand aber „auf die Wiese gesetzt.“

Für die nachhaltige Verkehrsanbindung des Nationalparks Hunsrück, wie sie der VCD mit Sicherung der Hochwaldbahn beantragt hat ist kein Geld vorhanden. Nicht einmal 90.000 Euro (für zwei Jahre) will man für einen Trassensicherungsvertrag für die Hochwaldbahn ausgeben, obwohl die sie in Verbindung mit der rheinland-pfälzischen Hunsrückquerbahn das Rückgrat eines umweltverträglichen und nachhaltigen Verkehrskonzepts in der Region darstellt.
 
Mit der Rallye werden sich weitere Probleme auftun. Öle und giftige Stoffe aus den Rallyefahrzeugen können aus direkter Nähe in den Bostalsee fließen! Eine Privatperson darf noch nicht einmal in der Einfahrt oder auf der Straße das Auto waschen!

Das Reglement der Rallye soll ab 2017 geändert werden. Die Rallyefahrzeuge werden noch größer und schneller, bis zu 380 PS werden erwartet. Die Region um den Bostalsee wird mit Lärm und Abgasen überzogen werden. Viele erholungssuchende Touristen und Kurzurlauber werden dann wohl lieber fern bleiben.

Wie vertragen sich ADAC Rallye und die Tourismusregion Bostalsee mit dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Aus Sicht des VCD Saarland ist das nicht miteindander zu zu vereinbaren. Diese Veranstaltung ist nicht mehr zeitgemäß und gehört schon gar nicht in diese Region!

Erhard Pitzius, Werner Ried 18. Juni 2016