Radverkehr,
Verkehrsplanung
Landesverband Saarland
Wo fühlen sich Menschen auf dem Fahrrad unsicher? An welchen Stellen reichen schon kleine Veränderungen, um den Alltag für Radfahrende deutlich zu verbessern? Mit diesen Fragen hat sich in den vergangenen Monaten eine neue VCD-Initiative im Raum Rehlingen-Siersburg auf den Weg gemacht.
Ausgangspunkt war das Radverkehrskonzept der Gemeinde aus dem Jahr 2023. Darin sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen, umgesetzt wurde bislang jedoch noch nichts. Mit Anne Bach hat die Gemeinde inzwischen wieder eine Mobilitätsbeauftragte, die das Thema voranbringen möchte. Gemeinsam entstand die Idee, die geplanten Alltagsrouten zunächst selbst zu erkunden und die Erfahrungen anschließend auszuwerten.
Drei Erkundungstouren mit offenem Blick
An drei Erkundungstouren fuhren die Mitglieder der Initiative die vorgesehenen Strecken ab. Immer wieder wurde angehalten, diskutiert, fotografiert und notiert. Dabei zeigte sich schnell, dass die alltägliche Erfahrung der Radfahrenden vor Ort ein wertvoller Blickwinkel ist. Manches Problem fällt erst auf, wenn man selbst mit dem Fahrrad unterwegs ist. Und manchmal führte die Suche nach geeigneten Verbindungen sogar über Feld- und Wiesenwege – nicht jede geplante Route existiert bislang überhaupt.
Vom Eindruck zur Prioritätenliste
Nach den Touren wurden alle Beobachtungen gemeinsam ausgewertet und priorisiert. Besonders wichtig waren dabei Fragen wie: Wo bestehen echte Gefahren? Welche Verbesserungen könnten mit vergleichsweise geringem Aufwand umgesetzt werden? So entstand eine Liste mit den dringendsten Anliegen. Dazu gehören beispielsweise plötzlich endende Radwege, unübersichtliche Querungen, schlechte Fahrbahnbeläge oder Stellen, an denen parkende oder abbiegende Autos den Radverkehr gefährden.
Mitte Juli wurden die Ergebnisse in einem ausführlichen Gespräch mit der Mobilitätsbeauftragten im Rathaus besprochen. Dabei wurde deutlich, dass viele der angesprochenen Probleme bekannt sind. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, warum Veränderungen oft Zeit brauchen: Manche Maßnahmen liegen in der Zuständigkeit des Landes, andere erfordern Planungen, Haushaltsmittel oder Abstimmungen mit Grundstückseigentümern. Dennoch wurden zahlreiche Hinweise aufgenommen und sollen in die weitere Arbeit der Gemeinde einfließen.
Die Initiative macht weiter
Für die Mitglieder der neuen VCD-Initiative war das Treffen ein wichtiger erster Schritt. Der direkte Austausch mit der Gemeinde hat gezeigt, dass eine konstruktive Zusammenarbeit möglich ist und beide Seiten das gleiche Ziel verfolgen: den Radverkehr in Rehlingen-Siersburg Stück für Stück sicherer und attraktiver zu machen.
Die Initiative möchte ihre Arbeit nun fortsetzen: Aufmerksam wurden wir z.B. auf die Fragen: Wie können Kinder mit dem Rad sicher zur Schule kommen? Und: Wie können Autofahrende für rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Fahrradfahrtenden sensibilisiert werden?
Künftig sollen aber auch neben dem Radverkehr auch weitere Themen der nachhaltigen Mobilität in den Blick genommen werden, insbesondere der öffentliche Nahverkehr. Die Gruppe trifft sich regelmäßig zum Austausch und freut sich über weitere Menschen, die ihre Erfahrungen und Ideen einbringen möchten.
Wer eine problematische Stelle für den Radverkehr in Rehlingen-Siersburg kennt oder sich in der Initiative engagieren möchte, kann sich gerne beim VCD melden. Jede Rückmeldung hilft dabei, den Blick auf die Mobilität vor Ort weiter zu schärfen.

Info-Box:VCD-Initiative Saarlouis/Dillingen