Auto & Straße, Verkehrslärm, Verkehrssicherheit
Landesverband Saarland

Lärmschutz an der A 620

Saarbrücken braucht Ruhe: VCD fordert Tempo 60 auf der Stadtautobahn

Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens besonders stark von Lärm betroffen. Laut dem aktuellen Gutachten zum Lärmaktionsplan 2024, das im Auftrag der Stadt erstellt wurde, sind tagsüber rund 72.000, in den Nachtstunden etwa 54.300 Bürgerinnen und Bürger einer signifikanten Lärmbelastung ausgesetzt (tagsüber > 55 dB, nachts > 50 dB).

Der VCD Saarland begrüßt, dass mit dem neuen Lärmaktionsplan weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung auf den Weg gebracht wurden. Dennoch zeigt sich: 
Die bisherigen Schritte reichen nicht aus, um die Belastung nachhaltig zu senken.

Besonders deutlich wird das an der Stadtautobahn A620, auf der täglich bis zu 100.000 Fahrzeuge verkehren. Zwar wurde im Bereich des Kreisels St. Arnual eine neue Lärmschutzwand errichtet, doch aktuelle Messungen zeigen: Der Effekt reicht nicht aus. Auf der gegenüberliegenden Saarseite werden weiterhin 58 dB gemessen – und im Bereich des Staatstheaters, wo bislang keine Lärmschutzwand existiert, sogar 63 dB. Solche Werte liegen klar im gesundheitsgefährdenden Bereich.


Der VCD fordert daher:

  • Durchgehend Tempo 60 auf der A620 im Stadtgebiet – zwischen den Anschlussstellen Saarbrücken-Gersweiler und Saarbrücken-Schönbach
    Eine Reduzierung von 80–100 km/h auf 60 km/h senkt den Lärm durchschnittlich um etwa 3 dB – das entspricht einer Halbierung der empfundenen Lautstärke. Die Fahrzeit zwischen dem Ostkreisel und der Wilhelm-Heinrich-Brücke würde sich bei freier Fahrt lediglich um 15 Sekunden verlängern.
  • Nachrüstung von Lärmschutzwänden auch in besonders betroffenen Abschnitten – etwa am Staatstheater –, um die Anwohnerinnen und Anwohner wirksam zu schützen.
  • Einsatz lärmmindernder Fahrbahnbeläge ("Flüsterasphalt") auf der gesamten innerstädtischen Strecke der A620.

Andere Städte zeigen, dass es geht:

Straßburg und Paris haben bereits Tempo 50 auf innerstädtischen Autobahnen eingeführt, Essen hat Tempo 60 erfolgreich umgesetzt. 
Auch Saarbrücken könnte diesen Weg gehen – nicht nur als Beitrag zum Gesundheitsschutz, sondern auch zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Denn gerade dieser Abschnitt der A620 gilt als unfallträchtigster im Saarland.

Bericht und Interview mit Ronald Maltha.
im „Aktuellen Bericht“ des SR vom 13.08.2025.

 

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ADAC Rallye ab 2017 wieder im Nordsaarland: Nutzungskonkurrenz zum Nationalpark

Rallye Weltmeisterschaft – ADAC Deutschland Rallye ab 2017 im Saarland

Was einige Mitglieder des ADAC und Motorsportfans begeistern mag, verursacht beim VCD Saarland Bauchschmerzen. Denn der ökologische Verkehrsclub zweifelt an der Zeitmäßigkeit dieser Veranstaltung. Erinnerungen an die 1980ger Jahre werden wach.

Zwischen 2017 und 2020 wird die ADAC Deutschland Rallye im Saarland stattfinden. Gerade in einer Region, die überwiegend im und am Naturpark Saar Hunsrück liegt wird der Erholungswert durch diese Veranstaltung erheblich eingeschränkt. Die Verantwortlichen im Kreis St. Wendel und die saarländische Landesregierung haben aber mit dem Austragungsort wohl keine Probleme: Stolz wird in den Medien gemeldet, dass man die Festwiese am Bostalsee, die der Entspannung und Erholung dienen soll, in Parkplätze und in ein Reparaturlager für die „Rennautos“ umgestaltet werden soll. Man wolle 16.000 Quadratmeter Wiese mit Schotter auffüllen.

Stolz ist man im Kreis St. Wendel auch darauf, dass man für diese ökologisch unsinnige Maßnahme auch noch Fördergelder aus Landesmitteln von ca. 800.000 € erhält. Gelder, die auch im St. Wendeler Land an anderer Stelle fehlen, werden hier zwar nicht in den Sand aber „auf die Wiese gesetzt.“

Für die nachhaltige Verkehrsanbindung des Nationalparks Hunsrück, wie sie der VCD mit Sicherung der Hochwaldbahn beantragt hat ist kein Geld vorhanden. Nicht einmal 90.000 Euro (für zwei Jahre) will man für einen Trassensicherungsvertrag für die Hochwaldbahn ausgeben, obwohl die sie in Verbindung mit der rheinland-pfälzischen Hunsrückquerbahn das Rückgrat eines umweltverträglichen und nachhaltigen Verkehrskonzepts in der Region darstellt.
 
Mit der Rallye werden sich weitere Probleme auftun. Öle und giftige Stoffe aus den Rallyefahrzeugen können aus direkter Nähe in den Bostalsee fließen! Eine Privatperson darf noch nicht einmal in der Einfahrt oder auf der Straße das Auto waschen!

Das Reglement der Rallye soll ab 2017 geändert werden. Die Rallyefahrzeuge werden noch größer und schneller, bis zu 380 PS werden erwartet. Die Region um den Bostalsee wird mit Lärm und Abgasen überzogen werden. Viele erholungssuchende Touristen und Kurzurlauber werden dann wohl lieber fern bleiben.

Wie vertragen sich ADAC Rallye und die Tourismusregion Bostalsee mit dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Aus Sicht des VCD Saarland ist das nicht miteindander zu zu vereinbaren. Diese Veranstaltung ist nicht mehr zeitgemäß und gehört schon gar nicht in diese Region!

Erhard Pitzius, Werner Ried 18. Juni 2016