Fußverkehr, Auto & Straße
Landesverband Saarland

Lange Wartezeiten, kurze Grünphasen, brenzlige Situationen

Gefahr für Fußverkehr am Völklinger Bahnhof

In diesem Jahr hat sich der VCD Saar die für Zufußgehende unhaltbare Situation vor dem Völklinger Bahnhof vorgenommen: Nach fast einem halben Jahr und zahlreichen Mails mit der Stadt Völklingen und dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zeichnet sich eine kurzfristige Lösung ab – sie muss nur noch umgesetzt werden.

Wo liegt das Problem?

Täglich nutzen viele Menschen den Völklinger Bahnhof. Um von der Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite zum Bahnhof zu gelangen, muss die stark befahrene Rathausstraße über zwei(!) Ampelabschnitte überquert werden. Dazwischen befindet sich eine Mittelinsel. 
Die Ampelphasen sind nicht aufeinander abgestimmt. Und wer in der Mitte vergisst zu drücken, ist auf der Insel gestrandet…


Diese Ampelanlage an der L165/Rathausstraße zwingt Zufußgehende seit Jahren zu sehr langen Wartezeiten. Bei der Überquerung kommt es darum immer wieder zu brenzligen Situationen:
„Wir beobachten immer wieder, dass Menschen aus Frust oder Zeitdruck bei Rot überqueren, weil sonst der Anschlussbus oder -zug verpasst wird“, erklärt Ruth Kremser, Landesvorstand des VCD Saar. „Diese Situation ist unzumutbar und gefährlich.“ Wer doch bis Grün wartet, wird mit einer extrem kurzen Grünphase bestraft: Zu wenig Zeit für ältere Personen, Menschen mit Kindern oder mit Mobilitätseinschränkungen.

 

Kurzfristige Entschärfungsmaßnahme bereits gefunden


Durch hartnäckiges Nachfragen bei der Stadtplanung Völklingen und dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) wurde hier ein Problembewusstsein geschaffen. 
Auch eine kurzfristige möglich Lösung ist schon in Sicht:
 
Dabei sollen beide Ampelabschnitte auf der Rathausstraße gleichzeitig Grün bekommen, sodass die komplette Straße überquert werden kann, ohne auf der Mittelinsel warten zu müssen. Diese Maßnahme verkürzt die Wartezeiten erheblich und erhöht die Sicherheit. 
 

Nun ist die Stadt Völklingen am Zug
Der LfS hat ist bereit, die Änderung kurzfristig umzusetzen – sobald die Stadt Völklingen die rechtlich notwendige Anordnung erlässt.
„Die Lösung liegt auf dem Tisch, die technische Umsetzung ist möglich. Jetzt braucht es einzig die verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt“, so Kremser. Angesichts der tagtäglichen Frustration und Gefährdung des Fußverkehrs fordert der VCD eine schnelle Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde.

 

Modernisierung erst ab 2027 – Übergangslösung dringend notwendig
 

Die vollständige Modernisierung der Lichtsignalanlage ist laut Stadt Völklingen und LfS frühestens für 2027 vorgesehen. Bis dahin müssen tagtäglich hunderte Menschen die unzureichende Querung nutzen – darunter viele, die am Bahnhof zwischen Bus und Bahn umsteigen.

„Es ist unverständlich, dass eine Gefährdung und Benachteiligung über Jahre bestehen bleibt, obwohl eine schnelle Entschärfung möglich ist. Die Stadt ist hier in der Pflicht“, betont Kremser.

VCD bietet Zusammenarbeit an
Der VCD Saar steht für einen gemeinsamen Ortstermin mit Stadt, LfS und weiteren Beteiligten bereit und unterstützt alle Maßnahmen, die die Sicherheit Zufußgehender verbessern und die Benachteiligung des Fußverkehrs abbauen.

 

Kontakt:

Ruth Kremser
Landesvorstand VCD Saarland
Ev.-Kirch-Str. 8, 66111 Saarbrücken
E-Mail: ruth.kremser@vcd-saar.org
Web: https://saarland.vcd.org 

 

zurück

ADAC Rallye ab 2017 wieder im Nordsaarland: Nutzungskonkurrenz zum Nationalpark

Rallye Weltmeisterschaft – ADAC Deutschland Rallye ab 2017 im Saarland

Was einige Mitglieder des ADAC und Motorsportfans begeistern mag, verursacht beim VCD Saarland Bauchschmerzen. Denn der ökologische Verkehrsclub zweifelt an der Zeitmäßigkeit dieser Veranstaltung. Erinnerungen an die 1980ger Jahre werden wach.

Zwischen 2017 und 2020 wird die ADAC Deutschland Rallye im Saarland stattfinden. Gerade in einer Region, die überwiegend im und am Naturpark Saar Hunsrück liegt wird der Erholungswert durch diese Veranstaltung erheblich eingeschränkt. Die Verantwortlichen im Kreis St. Wendel und die saarländische Landesregierung haben aber mit dem Austragungsort wohl keine Probleme: Stolz wird in den Medien gemeldet, dass man die Festwiese am Bostalsee, die der Entspannung und Erholung dienen soll, in Parkplätze und in ein Reparaturlager für die „Rennautos“ umgestaltet werden soll. Man wolle 16.000 Quadratmeter Wiese mit Schotter auffüllen.

Stolz ist man im Kreis St. Wendel auch darauf, dass man für diese ökologisch unsinnige Maßnahme auch noch Fördergelder aus Landesmitteln von ca. 800.000 € erhält. Gelder, die auch im St. Wendeler Land an anderer Stelle fehlen, werden hier zwar nicht in den Sand aber „auf die Wiese gesetzt.“

Für die nachhaltige Verkehrsanbindung des Nationalparks Hunsrück, wie sie der VCD mit Sicherung der Hochwaldbahn beantragt hat ist kein Geld vorhanden. Nicht einmal 90.000 Euro (für zwei Jahre) will man für einen Trassensicherungsvertrag für die Hochwaldbahn ausgeben, obwohl die sie in Verbindung mit der rheinland-pfälzischen Hunsrückquerbahn das Rückgrat eines umweltverträglichen und nachhaltigen Verkehrskonzepts in der Region darstellt.
 
Mit der Rallye werden sich weitere Probleme auftun. Öle und giftige Stoffe aus den Rallyefahrzeugen können aus direkter Nähe in den Bostalsee fließen! Eine Privatperson darf noch nicht einmal in der Einfahrt oder auf der Straße das Auto waschen!

Das Reglement der Rallye soll ab 2017 geändert werden. Die Rallyefahrzeuge werden noch größer und schneller, bis zu 380 PS werden erwartet. Die Region um den Bostalsee wird mit Lärm und Abgasen überzogen werden. Viele erholungssuchende Touristen und Kurzurlauber werden dann wohl lieber fern bleiben.

Wie vertragen sich ADAC Rallye und die Tourismusregion Bostalsee mit dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Aus Sicht des VCD Saarland ist das nicht miteindander zu zu vereinbaren. Diese Veranstaltung ist nicht mehr zeitgemäß und gehört schon gar nicht in diese Region!

Erhard Pitzius, Werner Ried 18. Juni 2016