Saarland

Auto & Straße, Verkehrspolitik
Landesverband Saarland

Gigaliner auch bald im Saarland?

Schwerlastverkehr über marode Brücken und nicht geeignete Infrastruktur

Ökologisch unsinnig, verkehrspolitisch unnötig

Gigaliner wohl auch bald im Saarland,

so berichtet der SR

Gigaliner werden vermutlich bald auch durch das Saarland rollen.

Das hat der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Kerkhoff, dem Saarländischen Rundfunk bestätigt. Er sagte, offenbar treibe Bundesverkehrsminister Dobrindt die Tests mit den superlangen Lkw auf deutschen Straßen voran.

Wenn es soweit kommt, werde das Saarland sich nicht verweigern. Das Land Rheinland-Pfalz hatte zuvor gemeldet, sich mit mehreren Strecken an den Gigaliner-Tests beteiligen zu wollen.

Die Lkw sind über 25 m lang, bis zu 6,50 m mehr als bisherige Modelle.

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Und was im Artikel fehlt ist das Gewicht, das zwischen 44 und 60 Tonnen liegen wird.

Dies bedeutet für die saarländischen Autobahnbrücken, dass sie noch mehr belastet werden.

Außerdem ist die weitere Infrastruktur im Saarland für solche LKW nicht ausgelegt.

Enge Radien der Auf- und Abfahrten verkraften keine Gigaliner, ebenso sind viele Kreisverkehre in der Nähe der Endziele nicht für diese Fahrzeuge ausgelegt.

Dies bedeutet, man muss Millionen investieren um die Infrastruktur an die Gigaliner anzupassen.

Millionen, die dann wieder für den Ausbau ökologischer Eisenbahnstrecken fehlen werden.

Die Politik gibt immer mehr dem Druck der Lobbyisten nach und versäumt es endlich die ökologische Verkehrswende einzuleiten.

Anstelle den Güterverkehr auf der Schiene auszubauen, setzt man auf Fahrzeuge, die die Straßeninfrastruktur über Maß belasten und man nimmt weitere schwere Unfälle und Verkehrstote in Kauf.

 

 

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ADAC Rallye ab 2017 wieder im Nordsaarland: Nutzungskonkurrenz zum Nationalpark

Rallye Weltmeisterschaft – ADAC Deutschland Rallye ab 2017 im Saarland

Was einige Mitglieder des ADAC und Motorsportfans begeistern mag, verursacht beim VCD Saarland Bauchschmerzen. Denn der ökologische Verkehrsclub zweifelt an der Zeitmäßigkeit dieser Veranstaltung. Erinnerungen an die 1980ger Jahre werden wach.

Zwischen 2017 und 2020 wird die ADAC Deutschland Rallye im Saarland stattfinden. Gerade in einer Region, die überwiegend im und am Naturpark Saar Hunsrück liegt wird der Erholungswert durch diese Veranstaltung erheblich eingeschränkt. Die Verantwortlichen im Kreis St. Wendel und die saarländische Landesregierung haben aber mit dem Austragungsort wohl keine Probleme: Stolz wird in den Medien gemeldet, dass man die Festwiese am Bostalsee, die der Entspannung und Erholung dienen soll, in Parkplätze und in ein Reparaturlager für die „Rennautos“ umgestaltet werden soll. Man wolle 16.000 Quadratmeter Wiese mit Schotter auffüllen.

Stolz ist man im Kreis St. Wendel auch darauf, dass man für diese ökologisch unsinnige Maßnahme auch noch Fördergelder aus Landesmitteln von ca. 800.000 € erhält. Gelder, die auch im St. Wendeler Land an anderer Stelle fehlen, werden hier zwar nicht in den Sand aber „auf die Wiese gesetzt.“

Für die nachhaltige Verkehrsanbindung des Nationalparks Hunsrück, wie sie der VCD mit Sicherung der Hochwaldbahn beantragt hat ist kein Geld vorhanden. Nicht einmal 90.000 Euro (für zwei Jahre) will man für einen Trassensicherungsvertrag für die Hochwaldbahn ausgeben, obwohl die sie in Verbindung mit der rheinland-pfälzischen Hunsrückquerbahn das Rückgrat eines umweltverträglichen und nachhaltigen Verkehrskonzepts in der Region darstellt.
 
Mit der Rallye werden sich weitere Probleme auftun. Öle und giftige Stoffe aus den Rallyefahrzeugen können aus direkter Nähe in den Bostalsee fließen! Eine Privatperson darf noch nicht einmal in der Einfahrt oder auf der Straße das Auto waschen!

Das Reglement der Rallye soll ab 2017 geändert werden. Die Rallyefahrzeuge werden noch größer und schneller, bis zu 380 PS werden erwartet. Die Region um den Bostalsee wird mit Lärm und Abgasen überzogen werden. Viele erholungssuchende Touristen und Kurzurlauber werden dann wohl lieber fern bleiben.

Wie vertragen sich ADAC Rallye und die Tourismusregion Bostalsee mit dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Aus Sicht des VCD Saarland ist das nicht miteindander zu zu vereinbaren. Diese Veranstaltung ist nicht mehr zeitgemäß und gehört schon gar nicht in diese Region!

Erhard Pitzius, Werner Ried 18. Juni 2016