Fußverkehr, Auto & Straße, Pressemitteilung
Landesverband Saarland

LKW Sonntags Freifahrt

Flop „LKW-Sonntags-Freifahrt“ - Verstärker von Klimawandel mit Niedrigwasser

VCD-Verkehrswendeclub kritisiert Entscheidung der Landesregierung als Booster für ganz andere Nutznießer

Saarbrücken, 8. August 2026. Als widersinnig und irritierend bewertet der Verkehrswendeclub VCD die Entscheidung aus dem saarländischen Verkehrsministerium zur Sonntagsfreifahrt für LKW. „Diese Maßnahme ist eine politische Irrfahrt und Anreiz für alle möglichen Transporte, jedoch nicht für die typischen Produkte auf Wasserwegen“, so Verkehrsgeograph Dr. Werner Ried vom VCD-Landesvorstand.

Der VCD stellt klar, dass die für das Saarland relevanten Produkte auf Wasserwegen vorrangig Schrott und Container (via Hafen Mainz und Bahnverladung) sind. Diese auf LKW umzuladen, bringt eine unverhältnismäßige Zunahme an Treibhausgasemissionen und letztendlich eine Verschärfung des Klimawandels. Darüber hinaus ist der Aufwand durch zusätzliche LKW und Fahrer weder kurzfristig leistbar noch durch Sonntagsverkehr kompensierbar. Die Sonntagsfreifahrt riskiert den Missbrauch durch völlig andere Güterströme als jene, die auf sonst auf Wasserwegen unterwegs sind.

Ministerin Berg befeuert daher, die Ursache des Klimawandels und überstrapazierte Straßen zu verschärfen anstelle umweltfreundlicher Alternativen gerade auf der Schiene zu fördern. Die Anwohnenden an den Fernstraßen, z. B. am Staden in Saarbrücken werden kaum Verständnis haben, wenn auch sonntags keine Lärmminderung zu verspüren ist.

Der VCD sieht vielmehr eine Chance, die betroffenen Güter auf der Schiene zu transportieren und dazu die Trassenpreise der Bahn für die Zeit der Niedrigwasser drastisch zu senken. Die Wiederinbetriebnahme von Ladestellen, der Ausbau des Schienennetzes und günstige Trassenpreise wären eine besser nachvollziehbare Maßnahme. Diesbezüglich könne die Landesregierung zumindest via Bundesrat aktiv werden.

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ADAC Rallye ab 2017 wieder im Nordsaarland: Nutzungskonkurrenz zum Nationalpark

Rallye Weltmeisterschaft – ADAC Deutschland Rallye ab 2017 im Saarland

Was einige Mitglieder des ADAC und Motorsportfans begeistern mag, verursacht beim VCD Saarland Bauchschmerzen. Denn der ökologische Verkehrsclub zweifelt an der Zeitmäßigkeit dieser Veranstaltung. Erinnerungen an die 1980ger Jahre werden wach.

Zwischen 2017 und 2020 wird die ADAC Deutschland Rallye im Saarland stattfinden. Gerade in einer Region, die überwiegend im und am Naturpark Saar Hunsrück liegt wird der Erholungswert durch diese Veranstaltung erheblich eingeschränkt. Die Verantwortlichen im Kreis St. Wendel und die saarländische Landesregierung haben aber mit dem Austragungsort wohl keine Probleme: Stolz wird in den Medien gemeldet, dass man die Festwiese am Bostalsee, die der Entspannung und Erholung dienen soll, in Parkplätze und in ein Reparaturlager für die „Rennautos“ umgestaltet werden soll. Man wolle 16.000 Quadratmeter Wiese mit Schotter auffüllen.

Stolz ist man im Kreis St. Wendel auch darauf, dass man für diese ökologisch unsinnige Maßnahme auch noch Fördergelder aus Landesmitteln von ca. 800.000 € erhält. Gelder, die auch im St. Wendeler Land an anderer Stelle fehlen, werden hier zwar nicht in den Sand aber „auf die Wiese gesetzt.“

Für die nachhaltige Verkehrsanbindung des Nationalparks Hunsrück, wie sie der VCD mit Sicherung der Hochwaldbahn beantragt hat ist kein Geld vorhanden. Nicht einmal 90.000 Euro (für zwei Jahre) will man für einen Trassensicherungsvertrag für die Hochwaldbahn ausgeben, obwohl die sie in Verbindung mit der rheinland-pfälzischen Hunsrückquerbahn das Rückgrat eines umweltverträglichen und nachhaltigen Verkehrskonzepts in der Region darstellt.
 
Mit der Rallye werden sich weitere Probleme auftun. Öle und giftige Stoffe aus den Rallyefahrzeugen können aus direkter Nähe in den Bostalsee fließen! Eine Privatperson darf noch nicht einmal in der Einfahrt oder auf der Straße das Auto waschen!

Das Reglement der Rallye soll ab 2017 geändert werden. Die Rallyefahrzeuge werden noch größer und schneller, bis zu 380 PS werden erwartet. Die Region um den Bostalsee wird mit Lärm und Abgasen überzogen werden. Viele erholungssuchende Touristen und Kurzurlauber werden dann wohl lieber fern bleiben.

Wie vertragen sich ADAC Rallye und die Tourismusregion Bostalsee mit dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald? Aus Sicht des VCD Saarland ist das nicht miteindander zu zu vereinbaren. Diese Veranstaltung ist nicht mehr zeitgemäß und gehört schon gar nicht in diese Region!

Erhard Pitzius, Werner Ried 18. Juni 2016