Radverkehr,
Verkehrsplanung
Seit mehreren Jahren arbeiten Kommunen, Landesbehörden und Verbände gemeinsam an der Planung. Nun liegt die Machbarkeitsstudie vor
– doch gerade jetzt gerät das Projekt ins Stocken.
Seit mehreren Jahren treibt eine Projektgruppe die Entwicklung des Kaiserradwegs voran. Rund alle zwei Monate kommen Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Kommunen, des Landes, des Biosphärenzweckverbands sowie von ADFC und VCD zusammen, um das Vorhaben voranzubringen. Werner Ried vom VCD moderiert diese Runde seit Beginn. Ende Juni fand bereits das 19. Treffen statt.
Grundsätzlich gibt es gute Nachrichten:
Die Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen und eine Vorzugsroute für den künftigen Kaiserradweg liegt vor. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht.
Trotzdem überwog beim jüngsten Treffen die Enttäuschung.
Nach einer Phase mit sichtbaren Fortschritten – unter anderem der Beauftragung der Machbarkeitsstudie und der Unterzeichnung eines gemeinsamen „Letter of Intent“ im vergangenen Jahr – scheint das Projekt derzeit an Dynamik zu verlieren.
Die Ergebnisse der Studie sollen zunächst ausschließlich zwischen den Auftraggebern und den Gutachtern besprochen werden. Viele Mitglieder der Projektgruppe hätten sich dagegen gewünscht, frühzeitig einbezogen zu werden. Schließlich bringen die beteiligten Kommunen und Verbände wertvolle Ortskenntnis und praktische Erfahrung ein, die für die weitere Planung hilfreich sein können.
Hinzu kommt, dass auch die bereits im vorherigen Treffen angekündigte Abstimmung über die Vorstellung der Ergebnisse und die Öffentlichkeitsarbeit erneut vertagt wurde. Damit bleibt weiterhin offen, wann und in welcher Form Kommunen, Projektpartner und Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert werden.
Dabei zeigt sich gerade jetzt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit ist. Die Machbarkeitsstudie schlägt in einzelnen Abschnitten eine andere Streckenführung vor als bislang vom VCD empfohlen. Solche Entscheidungen sind ggf. nachvollziehbar – wenn sie transparent erläutert und gemeinsam diskutiert werden. Genau dafür wurde die Projektgruppe eingerichtet.
Dass das Projekt dennoch vorankommt, zeigt ein Beispiel aus St. Ingbert: Mit der Öffnung der Poststraße in beide Fahrtrichtungen für den Radverkehr wurde bereits eine Maßnahme umgesetzt, die sich gut in die künftige Führung des Kaiserradwegs einfügen kann.
Der VCD ist weiterhin überzeugt, dass der Kaiserradweg ein wichtiges Projekt für den Alltagsradverkehr im Saarland ist. Umso wichtiger ist es jetzt, die bisher gute Zusammenarbeit wieder mit Leben zu füllen. Das nächste Treffen der Projektgruppe am 10. August wird zeigen, ob es gelingt, die offenen Fragen gemeinsam zu klären und dem Projekt neuen Schwung zu verleihen.