Bahn & Bus,
Verkehrsplanung
Neue Züge, dichtere Takte und bessere Busangebote: Im Saarland soll der öffentlichen Nahverkehr weiter ausgebaut werden. Bei einer Veranstaltung des VDV in Saarbrücken wurde deutlich, welche Projekte bereits geplant sind – und warum viele Fachleute trotzdem weiteren Handlungsbedarf sehen.
Während andere Bundesländer den Nah- und Regionalverkehr auf der Schiene kürzen und einzelne Zugverbindungen „abbestellen“, wird das Angebot im Saarland hochgefahren.
Neue Züge und internationale Verbindungen
Noch in diesem Jahr sollen neue batterieelektrische Züge auf der Niedtalstrecke zwischen Dillingen und Niedaltdorf sowie auf der Verbindung Saarbrücken–Pirmasens eingesetzt werden.
Darüber hinaus sind neue grenzüberschreitende Bahnverbindungen geplant: Moderne Mehrsystemfahrzeuge sollen künftig Fahrten von Saarbrücken nach Strasbourg und Metz ermöglichen.
Mehr Takt und bessere Anbindung
Zu diesem Thema hatte für den 12. Mai der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zu einem „parlamentarischen Abend“ in die Saarbrücker Congresshalle geladen.
VDV-Studie zur Zukunft des Nahverkehrs
Vorgestellt wird hier die Studie „Das Deutschlandangebot 2024 im Saarland – Transformationsfahrplan für einen modernen, effizienten und leistungsstarken ÖPNV für alle und überall“.
Der Grund-Tenor an diesem Abend ist: Der Bund muss mehr Geld geben, um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland und im Saarland zu verbessern.
Einigkeit auf dem Podium
Darin sind sich die Teilnehmenden des Podiums weitgehend einig:
Petra Berg, saarländische Ministerin für Mobilität;
Alwin Theobald, Mitglied des Landtags und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion;
Sören Meng, Landrat des Kreises Neunkirchen und Vorsitzender des Zweckverbands ÖPNV;
Karsten Nagel, Geschäftsführer der Saarbahn Gesellschaft und Aufsichtsratsvorsitzender der SaarVV-Verbund-Gesellschaft.
Kritik und Vorschläge des VCD
Als einzige auf dem Podium setzt Andrea Schrickel, Landesvorsitzende des VCD Saar, einen Kontrapunkt: Zunächst macht sie auf den schlechten Zustand vieler Bahnhöfe im Saarland aufmerksam.
Vor allem betont sie, dass die Verwaltungsgrenzen der Landkreise grenzüberschreitende Buslinien erschweren. Und dann stellt eine brisante Frage:
Sollte nicht der saarländische Verkehrsverbund SaarVV zu einem Verbund der Aufgabenträger weiterentwickelt werden – oder vielleicht gar in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert werden?
Denn Verbesserungen für die Fahrgäste lassen sich nicht nur mit mehr Bundesmitteln erreichen, sondern müssen auch strukturellen Änderungen mitdenken.
(Autor: Manuel Schauer)
Mit Andrea Schrickel, Anna Hassdenteufel und Manuel Schauer waren drei Vorstandsmitglieder des VCD Saar bei der Veranstaltung dabei.
Mehr zum Thema:
Das ÖPNV-Gutachten für das Saarlandgibt es hier zum Nachlesen,
hier das “Deutschlandangebot im Saarland” zum Download,
und hier eine Kurz-Zusammenfassung mit den Kernaussagen des Gutachtens.
Presse-Echo:
Jürgen Rinner, SR, Aktueller Bericht 13.05.2026
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen fordert mehr Geld für den ÖPNV
Carmen Bachmann, SR info (Hörfunk) 13.05.2026
VDV fordert mehr Geld für den ÖPNV
Saarbrücker Zeitung, 15.05.2026
„Zwei Szenarien – Gutachten zeigt, was der ÖPNV im Saarland künftig kostet“
(Bezahlschranke – kostenlos hier (legal!): Pressreader)
Pressemitteilung des VDV
12.05.2026 | Pressemitteilung | Leistungskostengutachten Saarland (pdf)
(Zunächst eine verständliche Skizze des Gutachtens mit den zwei unterschiedlichen Szenarien. Bei den Stimmen zur Bewertung liegt, wie zu erwarten, die Betonung auf: „Ohne mehr Geld läuft nichts“. Von einer Diskussion wird nicht berichtet.)