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Aufstrebende Rüstungsindustrie in Schwarzerden bringt neuen Pendler- und Güterverkehr. Der VCD Saarsieht darin neue Chancen für die Ostertalbahn. Kontraproduktiv ist, dass der Landkreis St. Wendel die Strecke stilllegen will und die Gemeinde Freisen bereits Zuwege kappt („Rechtsbruch L 309“).
Saarbrücken, 6. November 2026 – Durch die aufstrebende Rüstungsindustrie in Schwarzerden (Gemeinde Freisen) entstehen zusätzliche Pendler- und Güterverkehre. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Saarland, sieht darin neue Chancen für die Ostertalbahn. Auch die touristische Bedeutung des Ostertals spricht für den Erhalt der Bahn. Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht des VCD kontraproduktiv, dass der Landkreis St. Wendel die Strecke stilllegen will und die Gemeinde Freisen bereits Zuwege kappt („Rechtsbruch L 309“).
Neue Verkehrsbedürfnisse erfordern eine Neubewertung
Die Ostertalbahn führt noch bis ans Werksgelände der KDNS. Dort sollen in den nächsten Jahren Panzerfahrzeuge gefertigt werden. Die damit verbundenen Gütertransporte und die Fahrzeuge selbst eignen sich aufgrund ihres hohen Gewichts besonders für den Transport auf der Schiene.
Würden jährlich 250 Panzerfahrzeuge ausschließlich über die Straße abtransportiert, hätte dies zwei Folgen: hohe Straßenabnutzung und eine Abhängigkeit von nur einem Verkehrsweg. Mit der Bahn ließen sich die Transporte auf einen weiteren Verkehrsweg verlagern und die Verkehrsinfrastruktur widerstandsfähiger machen.
In Schwarzerden bietet zudem die Laderampe des Bahnhofs ideale Voraussetzungen für das Be- und Entladen von Containern und anderen Gütern, darunter Fahrzeuge.
Schienentransporte stärken die militärische Mobilität
Aus Gründen der Resilienz der Verkehrsinfrastruktur und mit Blick auf die Anforde–rungen der „Military Mobility“, die aus aktuellem Anlass in Europa diskutiert werden, sollten Unternehmen wie KDNS und HIL in St. Wendel ihre Gleisanschlüsse wieder reaktivieren. Die Nutzung vorhandener Bahnstrecken ist damit nicht nur eine Frage der regionalen Verkehrspolitik, sondern auch von Bedeutung für die nationale Verteidigung.
VCD fordert umfassende Untersuchung der Potenziale
Der VCD fordert, die Ostertalbahn mit der Methodik der sogenannten „Standardisierten Bewertung“ für den Personenverkehr neu zu untersuchen. Zugfahrten Saarbrücke-Schwarzerden nicht nur passend zu den Schichtzeiten der KDNS kämen vielen Pendlern zugute. Darüber hinaus müssen die Möglichkeiten für den Güterverkehr geprüft werden.
Es kann nicht angehen, dass die Landesregierung, der Landkreis und die Kommune die Stilllegung der intakten Bahnstrecke und damit den Abbau von Staatskapital zulassen. Denn es entstehen neue Verkehrspotenziale, und die nationale Verteidigung ist auf eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur angewiesen.
Ehrenamtliches Engagement verdient Anerkennung
Mit Blick auf das hohe Engagement des Arbeitskreises Ostertalbahn (AKO) äußert der VCD sein Befremden über die fehlende Transparenz und Gesprächsbereitschaft des Landkreises und der Gemeinde Freisen gegenüber den Ehrenamtlichen.
Der AKO hat in den vergangenen Jahrzehnten die Bahnstrecke gepflegt und mit seinem Museumszugangebot einen wichtigen Beitrag für die gesamte Region geleistet. Dass dieses Engagement heute mit Geringschätzung und fehlender Gesprächsbereitschaft beantwortet wird, ist für den VCD nicht hinnehmbar.