Bahn & Bus,
Museums- und Tourismuseisenbahnen im Saarland
Worum geht es bei der Ostertalbahn?
Die Strecke:
Die Ostertalbahn verbindet Ottweiler mit Schwarzerden und ist rund 21 Kilometer lang.Die aktuelle Situation:
Der Landkreis St. Wendel hat 2026 beschlossen, den Pachtvertrag zu kündigen und ein Stilllegungsverfahren einzuleiten. Damit ist der Fortbestand der Strecke gefährdet.Was fährt heute dort?
Die Arbeitsgemeinschaft Ostertalbahn (AkO) betreibt seit 2002 Museumsfahrten. Die Strecke ist damit ein wichtiges Stück Eisenbahngeschichte und touristische Attraktion im Ostertal.Warum soll die Strecke aufgegeben werden?
Der Landkreis verweist insbesondere auf den Zustand der Infrastruktur und künftig möglicherweise notwendige, erhebliche Investitionen.Warum wehrt sich die AkO dagegen?
Sie sieht in der Strecke eine wichtige Infrastruktur für die Zukunft – für Tourismus, möglichen Personenverkehr und Güterverkehr – und warnt davor, eine einmal abgebaute Bahnstrecke unwiederbringlich zu verlieren.Was sagt der VCD?
Der VCD sieht die Ostertalbahn nicht nur als Museumsbahn, sondern als Zukunftsreserve für klimafreundliche Mobilität und Güterverkehr. Besonders die mögliche Bedeutung der Schienenanbindung für den Industriestandort Schwarzerden sollte aus unserer Sicht in die Entscheidung einbezogen werden.Die entscheidende Frage:
Wollen wir vorhandene Schieneninfrastruktur heute abbauen – oder die Möglichkeit offenhalten, sie morgen für Personen- und Güterverkehr zu nutzen?
Die Ostertalbahn steht vor dem Aus.
Der Landkreis St. Wendel hat im Juni 2026 beschlossen, den Pachtvertrag zum Jahresende zu kündigen und ein Stilllegungsverfahren einzuleiten. Im August wurde dieses Verfahren offiziell gestartet. Damit droht einer rund 21 Kilometer langen Bahnstrecke das Ende, die seit mehr als 25 Jahren vom Landkreis erhalten und betrieben wird.
Touristenmagnet
Heute wird die Strecke vor allem von der Arbeitsgemeinschaft Ostertalbahn (AkO) für Museumsfahrten genutzt. Seit 2002 fahren dort historische Züge durch das Ostertal. Die Bahn ist damit nicht nur ein Stück Eisenbahngeschichte, sondern auch ein touristisches Angebot und inzwischen die einzige noch betriebsfähige Museumsbahn im Saarland.
Bedeutung für die Zukunft
Doch die Frage ist größer als die Zukunft des Museumsbetriebs:
Soll eine vorhandene und grundsätzlich funktionsfähige Bahnstrecke tatsächlich aufgegeben und möglicherweise abgebaut werden, obwohl ihre Bedeutung in Zukunft wieder wachsen könnte?
Der Landkreis verweist vor allem auf die Kosten und den Zustand der Infrastruktur. Zahlreiche Anlagen und insbesondere die rund 90 Jahre alten Brücken könnten in Zukunft erhebliche Investitionen erfordern. Aus Sicht des Landkreises ist deshalb die dauerhafte Finanzierung der Strecke nicht gesichert.
Für den VCD ist das zu kurz gedacht.
Gerade angesichts der angestrebten Verkehrswende sollte die öffentliche Hand vorhandene Schieneninfrastruktur nicht vorschnell aufgeben. Was heute als wenig genutzte Strecke erscheint, kann morgen für den Personen- oder Güterverkehr wieder interessant sein. Ist ein Gleis erst einmal abgebaut, lässt es sich kaum noch zurückholen.
Für die Industrie: Bahn statt Straße
Besonders interessant ist dabei der Industriestandort am Bahnhof Schwarzerden. Dort befindet sich mit KNDS Deutschland ein bedeutendes Unternehmen der Rüstungsindustrie. Gerade für den Transport schwerer und sperriger Güter bietet die Bahn grundsätzlich erhebliche Vorteile gegenüber dem Straßentransport. Angesichts des wachsenden Bedarfs an militärischem Gerät und der Diskussion um resilientere Lieferketten erscheint es deshalb wenig zukunftsorientiert, eine vorhandene Schienenanbindung abzubauen, statt ihre mögliche Nutzung für den Güterverkehr offenzuhalten.
Auch für den Personenverkehr könnte die Strecke langfristig wieder interessant werden. Andere Bahnstrecken im Saarland werden derzeit reaktiviert oder ausgebaut. Gleichzeitig soll mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden. Vor diesem Hintergrund wäre es widersinnig, auf der einen Seite über die Verkehrswende zu sprechen und auf der anderen Seite bestehende Infrastruktur unwiederbringlich zu beseitigen.
Der VCD fordert deshalb,
die Entscheidung zur Stilllegung noch einmal grundsätzlich zu überprüfen. Statt die Ostertalbahn abzubauen, sollte gemeinsam mit dem Land, dem Landkreis, den Kommunen, dem Eisenbahnverkehrsgewerbe und den ansässigen Unternehmen geprüft werden, welche Zukunftsperspektiven die Strecke tatsächlich besitzt – für Tourismus, Personenverkehr und insbesondere auch für den Güterverkehr.
Die Ostertalbahn ist vielleicht nicht heute schon eine vielgenutzte Bahnstrecke. Aber gerade bei Infrastruktur gilt:
Was wir heute erhalten, kann morgen Handlungsspielräume eröffnen.
Was wir heute zerstören, steht morgen nicht mehr zur Verfügung.
Weiterführende Links:
Der Arbeitskreis Ostertalbahn (AkO) e.V setzt sich sehr engagiert für den Erhalt der Strecke ein. Hier gibt es mehr Informationen dazu:
Protest-Zug
Am 20.09.26, am Tag der Schiene, wird der Museumszug als Protestzug genutzt.
> https://www.treffpunkt-pfalz.de/rlp/ostertalbahn-faehrt-mit-protestzug-zum-tag-der-schiene-2026/
> oder: https://www.ostertalbahn.de/start - hier muss man runterscrollen und das Thema (z.B. "Tag der Schiene") anklicken
Webseite:
https://www.ostertalbahn.de/start [1]
Petition:
Der Arbeitskreis Ostertalbahn (AkO) e.V. bittet darum die Petition zum Erhalt der Ostertalbahn zu unterstützen. Unterschriften sind hier möglich:
https://www.openpetition.de/petition/online/ostertalbahn-retten-land-muss-bahnstrecke-vom-landkreis-st-wendel-uebernehmen