Bahn & Bus, Tram-Train/Saarbahn, Pressemitteilung

Pressemitteilung Saarbahn-Streik

Fahrgäste dürfen nicht auf der Strecke bleiben

Der VCD fordert eine zügige Tarifeinigung, bessere Fahrgastinformation und verlässlichen Ersatzverkehr.

Saarbrücken, 26. Oktober 2026

 

Die wiederholten Streiks bei der Saarbahn seit Mai 2026 stellen die Fahrgäste in Saarbrücken und der Region vor erhebliche Herausforderungen:

Ausfälle und Einschränkungen erschweren den Weg zur Arbeit, zur Schule, zu Arztterminen und zu wichtigen Einrichtungen des täglichen Lebens. Besonders betroffen sind Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und keine Alternative zum eigenen Auto haben.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Saarland zeigt Verständnis für die Anliegen der Beschäftigten und ihr Recht, für bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung einzutreten. Gleichzeitig müssen die Auswirkungen auf die Fahrgäste stärker berücksichtigt werden. Wer den öffentlichen Verkehr als klimafreundliche Alternative zum Auto stärken will, muss seine Zuverlässigkeit gewährleisten – gerade in Zeiten, in denen die Verkehrswende dringend vorankommen muss.

Fahrgäste nicht zum Spielball werden lassen

„Die Fahrgäste dürfen nicht zum Spielball eines Tarifkonflikts werden. Wir brauchen eine Lösung, die die berechtigten Interessen der Beschäftigten berücksichtigt und zugleich die Mobilität der Menschen in Saarbrücken und Umgebung sichert“, so der VCD Saarland

Daher fordert der VCD: 

  • Der Ersatzverkehr mit Bussen muss auf die fahrplanmäßige Taktung der Saarbahnen und die gesamte Streckenlänge zwischen Lebach bis Saargemünd angeboten werden. Gerade im Herbst / Winter fahren wieder mehr Menschen witterungsbedingt mit dem ÖPNV als im Sommer. Besonders in der Adventszeit.
  • Der Verband erwartet, dass die Saarbahn ihre Fahrgäste über Streiks, Ausfälle und mögliche Alternativen verlässlich informiert: frühzeitig, transparent und über alle verfügbaren Kanäle. 
    Dazu könnten auch mittelfristig elektronische Infotafeln an allen Stationen für Busse und Bahnen installiert werden. Das würde auch dauerhaft die Planbarkeit der Fahrten für die Fahrgäste erhöhen. 
  • Schlußendlich müssen die Gespräche der Tarifparteien mit Nachdruck ergebnisorientiert fortgesetzt und eine tragfähige Einigung erzielt werden. Hier könnte eine erfahrene Moderation durch eine(n)  Schlichter(in) unterstützten. 

Zustände nicht mehr tragbar

"Der derzeitige Zustand mit wartenden und auf die nächste Verbidnung hoffenden Fahrgästen in früher Dunkelheit am Abend und mit witterungsbedingten Zusatzbelastungen ist nicht mehr tragbar", so Ronald Maltha vom VCD Saarland. 

"Ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ist unverzichtbar für soziale Teilhabe, Klimaschutz und eine lebenswerte Stadt. Dauerhafte Unsicherheit und wiederholte Ausfälle gefährden das Vertrauen der Menschen in Bus und Bahn."

 

Der VCD unterstützt daher auch die Initiative der Bürger*Innen von Malstatt, die vergangene Woche vor dem Saarbrücker Rathaus ein Ende des Konfliktes und einen zuverlässigen Nahverkehr gefordert haben. 

"Wir stehen hier an der Seite der Fahrgäste, die in diesem Dauerkonflikt zu wenig Beachtung finden. Ihre Mobilität darf nicht aus dem Blick geraten", so Maltha abschließend.

 

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