Saarland

VCD fordert mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche im Verkehr

- Ausbau der Radwege und sicherer Querungen für Fußgänger dringend notwendig -

Im Rahmen einer Anhörung des saarländischen Landtages zur Kinder- und Jugendpolitik hat der saarländische Verkehrsverband VCD dringend ein Umdenken im Straßenverkehr gefordert: wir brauchen für alle Nicht-Autofahrer endlich eine sichere Infrastruktur!

In seiner Stellungnahme (als PDF anbei) zeigt der VCD exemplarisch Gefahrenstellen für Kinder und Jugendliche, aber auch für alle anderen Fußgänger in der Landeshauptstadt Saarbrücken auf.

"Nahezu an allen Kreuzungen gibt es mit einem parallelen Grün für Fußgänger und dem PKW- und LKW-Verkehr ständige Konflikte. Auto- und LKW-Fahrer sind beim Abbiegen an einer grünen Ampel oft nicht auf Fußgänger gefasst, die zeitgleich grün haben. Insbesondere Kinder kommen hier schnell in lebensbedrohliche Situationen. Daher fahren viele Eltern ihre Kinder in Saarbrücken nur noch mit dem eigenen Auto zu Kindergarten und Schulen", so Ronald Maltha vom VCD Saarland, und weiter:

"So lernen Kinder allerdings keine Selbstständigkeit und Sicherheit im Verkehr. Dabei ist eine kinder- und jugendgerechte Verkehrsplanung mit dem Ziel einer guten und sicheren Mobilität, einer klimastabilen Zukunft und einer nachhaltigen Entwicklung auch im Saarland möglich".

Stattdessen zeigt das Saarland mit seinen bundesweit schlechten Werten (höchste Autodichte pro 1000 Einwohnerund gleichzeitig niedrigste Fahrradquote aller Bundesländer) was die Folgen einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik sind.

Laut einer aktuellen Studie (HUK-Coburg vom 01.06.21) haben Saarländer nur eine geringe Affinität zum Fahrradfahren.Nur 19% erklären, dass Fahrräder als Fortbewegungsmittel die eigenen Auswahlkriterien in Summe am besten erfüllen. Das ist der im Bundesländervergleich eindeutig niedrigste Wert. Im Deutschlandschnitt sind es 29%.

"Kein Wunder", so Maltha "wir brauchen für alle Nicht-Autofahrer endlich eine sichere Infrastruktur". Es fehle im ganzen Land an sicheren Radwegen innerorts und außerorts und an sicheren Fußgängerwegen. Wenn dann noch an Ampeln der gesamte Verkehr parallel mit den Fußgängern grün hat, sind Angst und Unsicherheit sowie riskante Situationen praktischer Alltag."

Auch ist vielen Autofahrern immer noch nicht bewusst, dass sie innerorts mit mindestens 1,50 Meter Seitenabstand überholen müssen, was bei einspurigen Straßen und parkenden Fahrzeugen am Fahrbahnrand auch bedeuten kann, dass hier der Radfahrer nicht überholt werden darf. Statt Radfahrer mit Hupen und dichtem Auffahren an den Fahrbahnrand zu nötigen, wäre hier eine Aufklärung der Autofahrer durch eine verstärkte Verkehrsüberwachung bzw. einer eindeutigen Beschilderung hilfreich. Denn die Sicherheit des Verkehrs hängt vor Allem von der Rücksichtnahme und Kooperation mit schwächeren Verkehrsteilnehmern ab.

Der VCD erläutert in seiner Stellungnahme daher viele praktische Beispiele für mehr Verkehrssicherheit im Detail wie einen Laufbus für Kinder zur Schule, sicheren Straßenkreuzungen, Tempo-30-Zonen und dem Problemen im Straßenverkehr aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen: hier geht es zur VCD – Stellungnahme Kinder- und Jugendmobilität.

 

 

 

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