Saarland

Niedtalbahn Richtung Luxemburg ausbauen statt stilllegen - Brückenbau Richtung Luxemburg und technischer Lückenschluss bei der Niedtalbahn sind förderfähig

Der Lobbyverband für Fahrgäste und Umwelt, Verkehrsclub Deutschland (VCD), schlägt vor, die Niedtalbahn zwischen Dillingen und Bouzonville unter Nutzung von Fördergeldern aus Brüssel und Berlin technisch auf einen modernen und vorbildlichen Stand zu bringen. Zum VCD-Vorschlag zählt auch ein Brückenbau bei Thionville. Er kann Zugfahrten über die Niedtalbahn in Richtung Luxemburg um bis zu 25 Minuten beschleunigen.

Solche Maßnahmen werten das Staats-Kapital der grenzüberschreitenden Niedtalstrecke zur wichtigen Verkehrsader auf. Der VCD sieht darin die konsequente Gegenmaßnahme zur von DB Netz beantragten Stilllegung. Letztere verstößt wirtschaftlich und ökologisch gegen jede übergeordnete Zielsetzung z.B. mit Blick auf das Pariser Klimaabkommen, den GroKo-Vertrag Berlin, und die Frankreichstrategie des Saarlandes.

Das Konzept des VCD sieht insbesondere vor,

  • die Lücke bei der Elektrifizierung zwischen Bouzonville und Dillingen für die rund 20 km ohne Fahrdraht  zu schließen (Kosten-Größenordnung von 25 Mio. €). Eisenbahnverkehrsunternehmen können dadurch durchgehend elektrisch verkehren und auf den kostspieligen Wechsel von Lokomotiven bzw. von Fahren mit Dieseltraktion verzichten.

  • die Niedtalbahn grenzüberschreitend mit innovativer Digital-Stellwerkstechnik auszurüsten, die den Aufwand für die deutsch-französische Betriebsführung erheblich verringert und neue Formen der technischen Zusammenarbeit von SNCF-Réseau und DB Netz AG hervorbringt (VCD-Schätzung Kostenaufwand ca. 2,5 Mio. €)

  • eine zusätzliche Mosel-Brücke östlich von Thionville zu errichten, die dem Güter- und Personenverkehr direkte Fahrten ohne zeitaufwändigem Richtungswechsel mit Umweg über den Bahnhof Thionville ermöglicht. Diese Brücke reduziert für den Personenverkehr die Reisezeit zwischen Saartal und Luxemburg um bis zu 25 Minuten. Gleichzeitig erschließt die Strecke den boomenden Siedlungsraum für den Pendlereinzugsbereich Luxemburg (neue Haltepunkte z. B. in Thionville Ost). Im Güterverkehr entstehen Vorteile dank südlicher Ausfahrtmöglichkeiten vom Rangierbahnhof Bettembourg in Richtung Deutschland

Vielversprechend ist das VCD-Konzept dank der Fördermöglichkeiten durch die EU, u. a. Topf  CEF (Connecting Europe Facility), und bezüglich der Bahn-Ziele im neuen Berliner Koalitionsvertrag. Die Kosten für das Saarland lassen sich so auf einen Betrag im einstelligen Millionenbereich reduzieren. Im Kontext eines neuen Personenverkehrsangebotes kommen dafür auch Regionalisierungsmittel in Frage. Die Niedtalbahn ist von Bedeutung auch als Alternativroute zur Ost-West-Route über Forbach-Saarbrücken. Bei einer Streckensperrung ähnlich Rastatt (August – Oktober 2017) könnten Züge über Dillingen-Bouzonville umgeleitet werden.

Der VCD appelliert an die Parlamentarier des saarländischen Landtags, die Landesregierung mit der raschen Umsetzung entsprechender Planung, Finanzierung und der Beantragung von Fördergeldern zu beauftragen. Die Lösung des Konfliktes liegt in einer engagierten Zusammenarbeit von Saar-Lor-Lux, der dringend moderne Schienenverbindungen braucht. Sie kommen auch der regionalen Wirtschaft und Standortqualität zu Gute, wie das Engagement der BahnLog GmbH (VCD-Mitglied) zeigt.

Bei Interviewwünschen steht gerne zur Verfügung Dr. Werner M. Ried, stellv. Landesvorsitzender VCD, Landesverband Saarland,

MAIL oder Mobil: 0160 97454337

 

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