Saarland

Neues EU-Zugangebot „TEE 2.0“ fährt am Saarland vorbei

VCD begrüßt deutschen Vorstoß für ein neues europäischem Bahnangebot -

Saarland darf jedoch nicht abgehängt werden!

 

 

Saarbrücken 30. Dezember 2020. Der VCD Saarland begrüßt die noch im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgelegten Vorschläge aus dem Hause von Bundesverkehrsminister Scheuer (siehe Anlage). Diese sehen ein neues europäisches Bahnangebot mit schnellen Zügen in Erinnerung an die TEE-Ära* und ein neues Nachtzugangebot vor.

Unverständlich ist für den VCD hingegen, warum das Saarland und der Grenzraum SaarLorLux im Herzen Europas in diesem Vorschlag keinerlei Berücksichtigung fanden: Die vorgestellten Verbindungen führen am Saarland vorbei, insbesondere südlich über Strasbourg.

Der VCD geht davon aus, dass die engagierte Lobbyarbeit der sogenannten „Magistrale“ dazu geführt hatte und eine Abstimmung mit den Ressorts der Minister Altmeyer und Maas unterblieben war. Die als „Magistrale“ zusammengeschlossenen Städte und Gebietskörperschaften entlang der Strecke zwischen Paris über Karlsruhe-Stuttgart-München bis Wien und Budapest hat sich plakativ so positioniert, als ob die Ost-West-Bahnverbindung ausschließlich über Strasbourg - Karlsruhe verkehrt. Saarbrücken, Kaiserslautern und die Metropolregion Ludwigshafen/Mannheim bleiben darin bewusst außen vor.

Der VCD hat über Jahre hinweg auf die Gefahr einer systematischen Umfahrung des Saarlandes aufmerksam gemacht. Das Engagement der Landesregierung und z. B. der IHK zugunsten der Schnellfahrverbindung über Saarbrücken-Kaiserslautern-Mannheim blieb jedoch hinter der pfiffigen Lobbyarbeit der „Magistralen“ zurück. Eine solche Lobbyarbeit wäre der Maßstab für ein gemeinsames Handeln der saarländischen und rheinlandpfälzischen Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Metropolregion Rhein/Neckar sowie den Industrie- und Handelskammern.

Der VCD regt an, gegenzusteuern und für eine attraktive Ein- und Anbindung Saarbrückens in das Netz von Nachtzügen und des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zu sorgen. Eine bessere Abstimmung von Entwürfen aus dem Hause des Verkehrsministers mit den Ministern für Wirtschaft und Außenpolitik könnte dazu ebenso beitragen wie der Aufbau einer engagierten Lobbyarbeit zum Ausbau der Strecke zwischen Mosel und Rhein via Saarbrücken. Entsprechende Gutachten zum Ausbau der Nordroute liegen seit 2012 vor, blieben aber ohne Berücksichtigung seitens der saarländischen Verkehrspolitik.

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