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Saarland, Flugverkehr, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik, Pressemitteilung

Luxemburg-Findel als einzigen Flughafen für die Großregion!

Verbände aus Klimabündnis appellieren, die ruinöse Flugverkehrs-Konkurrenz in der Großregion zu beenden

Saarbrücken 3. November 2020. Im Vorfeld der „Kommissionssitzung Verkehr“ des Interregionalen Parlamentarierrates (IPR) am 6.11.20 hat der Verkehrsclub Deutschland mit Unterstützung namhafter Verbände des Klimaschutzbündnisses (s.u.) eine Nachhaltigkeits-Strategie zur Flughafenpolitik in der Großregion angemahnt.

In einer Empfehlung zur Beschlussfassung durch den IPR fordern die Verbände, nur einen Flughafen erfolgreich zu betreiben anstelle des bisherigen Parallel-Betriebs von sechs nah benachbarten Regional-Flughäfen in Saarbrücken, Hahn, Metz-Nancy-Lorraine, Lüttich, Charleroi und Luxemburg.

In allen Bereichen der Nachhaltigkeit – Ökonomie/Ökologie/Soziales - widerspricht die aktuelle Flughafen-Situation der Großregion gültigen Zielen und Normen. Der Nachfrage-Rückgang durch Covid19 verschärft die wirtschaftlich verheerende Situation der Standorte, die auch schon vorab nur dank hoher Subventionen der Regional-Regierungen überleben können. Die EU-Kommission untersagt diese Subventionspraxis ab 2024 (EU-Beihilferichtlinie).

Aus Sicht der Verbände ist der Parallelbetrieb der sechs Standorte

  • wirtschaftspolitisch absurd angesichts der Konkurrenzsituation und Defizite
  • ökologiepolitisch unverantwortlich angesichts der gültigen Klimaschutzziele global (Paris 2015), national (CO2-Neutralität bis 2050) und deren Verschärfung durch das EU-Parlament vom 7.10.2020 (- 60% CO2 bis 2030)
  • sozial ungerecht angesichts der Verfälschung des Wettbewerbs im Verkehrsmarkt: Luftverkehr erhält unverhältnismäßige viel Förderung trotz geringer Reisendenzahlen während für die Masse der Verkehrsteilnehmer bei Fuß- und Rad- und öffentlichen Nahverkehr die Finanzmittel unzureichend sind.

Sofern die Großregion mit Blick auf das Angebot der benachbarten Großflughäfen von Frankfurt und Paris überhaupt regionalen Flugverkehr benötigt, so sollte dieser professionell an einem Standort abgewickelt werden. Dazu kommt aktuell nur der Flughafen Luxemburg-Findel mit seiner zentralen Lage in Frage. Für ihn müssen entsprechende verkehrliche Angebote im öffentlichen Verkehr weiterentwickelt werden. Für die übrigen Standorte bedarf es nachhaltiger Konversionskonzepte. Angesichts der oft peripheren Lage dieser Flächen bietet sich z. B. die Energiewirtschaft mit Anlage für regenerative Energie an.

Die Verbände reagieren mit ihrer Initiative auf den Entwurf einer Empfehlung des IPR zur Flughafensituation. Diese zielt auf den parallelen Fortbetrieb aller vorhandenen Standorte ab. Diesem – aus ihrer Sicht unhaltbaren – Entwurf setzen die Verbände ihre Alternativ-Version mit klarer Ansage pro Luxemburg-Findel entgegen. (französische Version)

 

Unterstützer dieser Position sind:

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