Saarland

Saarland, Radverkehr, Verkehrssicherheit, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik, Pressemitteilung
Landesverband Saarland

Straßen-Erneuerung wieder ohne Radinfrastruktur

Freigabe der L 250 zwischen St. Ingbert und Saarbrücken-Dudweiler ohne Förderung Radverkehr – Gefährliche Leitplanken lebensgefährlich für Zweiradfahrer - VCD für Beibehalten der zulässigen Geschwindigkeit von maximal 50 km/H

Zum Radio-Beitrag auf SR3 zur L250 auf das Foto klicken !

 

St. Ingbert, 27.09.2020. Seit heute ist das Teilstück der L 250 zwischen Stadtgrenze St. Ingbert und Abzweig Neuweiler wieder für den Verkehr frei gegeben. Die zuständige Verkehrsbehörde im Regionalverband Saarbrücken und der Landesbetrieb für Straßenbau haben hier jedoch kostengünstige Chancen vertan,
- Radverkehr durch adäquate Markierung und Straßenraumgestaltung zu fördern
- Gefahren der bisherigen Markierung zu korrigieren
- einen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten.
Das ist umso erstaunlicher, da Straßenbreite und Technik hier förderfähige Möglichkeiten bieten für Radinfrastruktur in beide Fahrtrichtungen. Ferner hätte die Erneuerung dazu führen müssen, die Beschilderung und Fahrbahnmarkierung des vorhandenen Fuß- und Radweges im Kreuzungsbereich (Abzweig Neuweiler, Rad-Fahrtrichtung Dudweiler) so zu korrigieren, dass Gefahren für Radfahrer von und nach Dudweiler beseitigt werden.
Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte im Vorfeld versucht, die zuständigen Akteure zu sensibilisieren: Während der LfS eine Prüfung von Korrekturmaß-nahmen in Aussicht gestellt hat, verblieb der Antrag des VCD an den Regionalverband auf Beibehaltung der zulässigen Geschwindigkeit von 50 km/h bisher ohne Reaktion.
Der VCD warnt davor, die Geschwindigkeit zu erhöhen! Dies würde den Radverkehr zwischen Dudweiler und St. Ingbert zusätzlich gefährden.

Als Gefahr und bedauerliche Fehlplanung wertet der VCD die überraschende Ausru?stung der L 250 mit stählernen Leitplanken. Sie sind für Zweiradfahrer lebensgefährlich im Falle von zu dicht überholenden Kraftfahrzeugen und erst recht bei Stürzen. Es wäre aus Sicht des VCD besser, auf diese kostspieligen Planken zu verzichten und das Geld in die systematische Planung von Radinfrastruktur zu investieren. „Man hat das Gefühl, LfS und Regionalverband wollen hier nur eine Rennbahn für Autos bauen, anstelle den boomenden Fahrradverkehr abzusichern“, kommentiert Dr. Werner Ried vom VCD die neue L 250. Und weiter: „Die uns zugetragenen Hinweise von Familien und anderen fahrrad-willigen Verkehrsteilnehmern zeigen, dass gerade zwischen den saarländischen Orten drin-gender Handlungsbedarf für einen sichereren Radverkehr besteht“.
Wünschenswert aus Sicht des VCD ist, zumindest die Beschilderung mit „Radfahrer kreuzt“ (Zeichen 138) am Abzweig Neuweiler zu ergänzen sowie Radwege farblich hervorzuheben.
Die hier vorgelegte Straßenraumgestaltung ist leider ein Beleg für ein Versagen im Saarland, zukunftsfähige Verkehrswege zu gestalten und die Zielsetzungen beim Klimaschutz ernst zu nehmen. Auch die klare Ansage von Verkehrsministerin Rehlinger von 2019, gerade solche Straßenerneuerungen zu nutzen für den Ausbau des Radverkehrs, verkommt durch diese Ausführung zur Sonntagsrede. „Die neue L 250 wirkt dazu wie ein verkehrstechnischer Dolchstoß“, so Ried.

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